Be Prepared Teil 3 - Zeitmanagement am Wettkamftag: Auf dem Wasser

Im Teil 2 der Serie "Be prepared" wurde ausführlich auf die Vorbereitungen an Land an einem Wettkampftag eingegangen. Hier und folgt Teil 3, die Vorbereitungen auf dem Wasser.

1 Stunde vor dem ersten Start - Vorbereitung auf dem Wasser

Das Wichtigste bei der Vorbereitung auf dem Wasser ist der Abgleich der vorhergesagten Szenerien mit den tatsächlichen Bedingungen vor Ort. Darüber hinaus ist das Einsegeln nicht zu vernachlässigen.
Auf der einen Seite dient das Einsegeln zum Einstellen des Trimm und der Fahrtechnik sowohl auf der Kreuz als auch auf dem Vorwind. Dazu kommt auf der anderen Seite die Entwicklung einer Strategie. Seitenwahl, Oszillationen im Wind, Landeffekte, Windfelder und Strömung gilt es zu bestimmen um den strategischen Plan zu entwickeln. Zusätzlich sollte man auch die Lage des Kurses und der Startlinie (bevorteilte Seite) in diesen Plan mit einbeziehen.
Es macht Sinn sich mit jemanden aus der Trainingsgruppe einzusegeln um Trimm und Seitenwahl zu vergleichen.
Man sieht immer wieder, dass gerade im Jugend und Juniorenbereich dem Einsegeln viel zu wenig Zeit in der Vorbereitung eingeräumt wird.

15 Minuten vor dem ersten Start - Coach Briefing auf dem Wasser

Das Coach Briefing auf dem Wasser sollte auch ein Dialog zwischen Sportler und Athlet sein. Idealer Weise beginnt der Athlet mit der Vorstellungen seiner Beobachtungen. Der Coach gibt danach dann dem Athlet noch zusätzliche Informationen (Länge und Amplitude der Winddreher, genaue Richtung und Stärke der Strömung, ...) die der Segler in seinen strategischen Plan einbauen kann.
Wichtig ist, dass der Coach seine Informationen filtert um dem Segler nur das wirklich Wichtige zu erzählen und ihn somit nicht mit einer Informationsflut überfordert.

Der Start und das Rennen - Umsetzung der Strategie

Hier gilt es seine gesammelten Informationen anzuwenden und abhängig von taktischen Situationen seinen strategischen Plan umzusetzen. Natürlich kann man viel besser strategische Entscheidungen wenn man 1. einen perfekten Trimm und eine schnelle Fahrtechnik hat und 2. genau weiß was als nächstes passiert und warum. Hier zahlt sich die intensive Vorbereitung aus.

Zieldurchgang - Analyse und Neufokussierung

Das erste und wichtigste nach dem Zieldurchgang ist das Essen und Trinken! Es gilt die, im Rennen aufgebrauchten Energiespeicher wieder aufzufüllen. Optimal ist eine schnelle Energiezufuhr mit Kohlehydraten z.B. mit speziellen Energieriegeln und Drinks. Doch Vorsicht! Die Einnahme von Sportlernahrung sollte trainiert werden und auf Verträglichkeit getestet werden.
Eine Banane ist im Übrigen auch ein super Energielieferant!
Auf dem Weg vom Ziel zur Startlinie sollte der Sportler das Rennen für sich analysieren. Was ist gut gelaufen, was hat noch Entwicklungspotential.
Anschließend erfolgt eine kurze Auswertung mit dem Coach. Wichtig hierbei ist nochmals das Positive heraus zu arbeiten um dann mit der Wettfahrt abschließen zu können und sich auf die nächste zu fokussieren.
Der Coach gibt dem Sportler vor der nächsten Wettfahrt noch eventuelle Informationen über Veränderungen im Regattagebiet. (meistens Strom- und Windveränderungen)

Es folgen weitere Wettfahrten nach dem gleichen Prinzip.

Letzter Zieldurchgang - die Regeneration beginnt schon bei der Heimfahrt!

Ganz wichtig in der Tagesplanung ist Regeneration und diese beginnt unmittelbar nach dem letzten Zieldurchgang mit Essen und Trinken. Meistens wird dieser so wichtige Punkt vergessen denn man will ja schnellstmöglich zurück an Land.

Zurück an Land - Protestsituationen und Bootspflege

Nach dem Abstellen des Bootes sollte die erste Aufmerksamkeit eventuellen Protestsituationen gelten. Wenn man sich sicher ist, dass keine strittigen Aktionen auf dem Wasser stattgefunden haben, kann mich sich dem nächsten Punkt widmen. Ansonsten ist ein Gang zur Protestliste unvermeidlich.
Der 2. Punkt ist der Material Check. Gerade an stürmischen Tagen sollte man unbedingt alle Verschleißteile am Boot checken und falls nötig sofort austauschen.
Hier gilt die Weisheit: "Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen!"

Cool Down Phase - Tagesauswertung und Regeneration

Ob nun direkt vom Hafen aus oder erst nach Ankunft in der Unterkunft, die Regeneration stellt einen festen Bestandteil im Tagesablauf dar. Ob Schwimmen, Radeln oder Laufen, Sinn dahinter ist die Lockerung der beanspruchten Muskulatur. Darüber hinaus kann die aktive Regeneration auch dazu dienen mental runter zu  kommen.
Letzter Tagesordnungspunkt  ist die Auswertung in Form einer Tagesanalyse mit dem Coach und/oder der Trainingsgruppe. Es macht Sinn ein Tagesanalyseprotokoll zu schreiben um dort revierspezifische und trimmtechnische Dinge festzuhalten, die man so bei ähnlichen Bedingungen hervorholen und schneller abrufen kann.
Ausreichend Schlafstunden (in der Regel 8 Stunden) runden den Tag ab.


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